Die Stadt Münster

Kantonhauptstadt und historisches Herz des Tals
Einwohnerzahl : 5125 (Quelle INSEE 2006)
Fläche : 878 ha

Geschichtlicher Überblick

Es began mit einer Abtei

Um 660 n. Chr. wurde bei Münster, bei der Einmündung der beiden Arme der Fecht von Benediktiner-Mönchen das St Gregorius Kloster gegründet, wonach die Stadt und das Tal benannt wurden. Im Jahre 1235 überträgt einer der Äbte zwei Drittel der Hoheitsrechte an Friedrich II von Hohenstaufen der sie wiederum nach kurzer Zeit den Einwohnern überträgt. 1308 wird die Stadt mit einer Mauer versehen : sie schliesst sicht mit neun anderen Dörfern des Tals zusammen um die „Communauté du Val et de la Ville de Münster“  oder Gemeindegemeinschaft des Sankt Gregorius Tals zu bilden. Die Gemeinschaft wird bis zum Jahr 1847 fort bestehen.

Im Mittelalter wird die Stadt mehrmals von Bränden heimgesucht , 1353 schliesst sie sich mit anderen Städten des Elsass zusammen und tritt dem Zehnstädebund bei. Zwischen 1542 und 1559, schliesst sich die überwiegende Mehrheit der Bewölkerung der Reformation an und im Jahre 1575 erkennt die Klostergemeinschaft , durch das Abkommen von Kientzheim, die Bekenntnisfreiheit der Einwohner an und verpflichtet sich fortan den Pastor von Münster zu entlohnen. 

Düstere Zeiten

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wird die Stadt und ihre Umgebung stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Einwohner werden von einer Reihe von Schicksalsschlägen heimgesucht : militärische Übergriffe, Plünderungen, Hungersnot, Seuchen und extreme Klimaverhältnisse führen zu grossen Verlusten in der Bevölkerung. 1652, erlebt die Stadt schwere Verwüstungen durch die Lothringer. Im Jahre 1659, übernimmt der erste französische Abt, Dom Charles Marchant, die Leitung des Klostersitz. Die stark beschädigte Abtei wird zwischen 1682 und 1686 wieder aufgebaut, mit Ausnahme des Abtspalasts der erst zwischen 1786 und 1789 fertiggestellt wird.

Im 18. Jahrhundert, lehnen sich die Einwohner   gegen die Befehlsgewalt des königlichen Prätors (Vertreter des Königs in der Stadt) auf in dem sie weigern die geforderte Steuern zu zahlen und einen Eid auf die neue Verfassung abzulegen. Am 25. juli 1789, wird die « Bastille munstérienne » (Das Rathaus) von den Talbewohnern gestürmt. Das 19. Jahrhundert kündigt in Münster ein Wandel an : das Zeitalter der Industrialisierung und der Modernisierung , die Öffnung der Stadt zur Aussenwelt.

Das Zeitalter des technisch-industriellen Aufbruchs

Im Jahre 1860 wird die Passstrasse zum Col de la Schlucht eröffnet. Die 1868 fertiggestellte Bahnstrecke Munster-Colmar wird 1893 bis nach Metzeral ausgebaut. Am Vorabend des ersten Weltkriegs, zählt Münster 6000 Einwohner ; dank Industrie und Tourismus ist sie eine aufstrebende Stadt. Seit 1871, ist sie zudem, durch ihre Nähe zur deutsch französischen Grenze am Vogesen Kamm ein strategisch wichtiger Zoll- und Handelsposten.

Während des Ersten Weltkriegs, wird Münster fast täglich beschossen, Ende 1915 werden die Einwohner evakuiert. Münster ist zu 85% zerstört. In den Tagen nach dem Waffenstillstand von 1918, wird mit dem Wiederaufabau begonnen.Von 18. juni 1940 an unter Kontrolle der Besatzungsmacht, wird Münster am 5. Februar 1945 von den Alliierten eingenommen.

Münster heute

Am Schnittpunkt zweier Täler erfreut sich Münster am ausgerwöhnlichen Zauber der umliegenden Landschaften die zweifellos eine touristisch beachtliche Rolle spielen . Der stetige Niedergang der Textilindustrie über die letzten Jahrzehnte haben die Stadt daher dazu bewogen, ab 1971, eine Industrie-, Handels- und Gewerbe Zone im östlichen Viertel, entlang der Strasse von Munster nach Colmar ins Leben zu rufen.


Rundgang in Münster

Der Marktplatz

Hier liegt der historische Kern der Stadt. In unmittelbarer Nähe wurde die urprüngliche Abtei gegründet . In nördlicher Richtung erhebt sich das Rathaus , dessen vordere Front aus dem Jahre 1550 stammt. Hier tagte in früheren Zeiten der Rat der Gemeinschaft. Über der schönen Renaissance Fassade prangt der doppelköpfige Adler der von der früheren Zugehörigheit zum kaiserlichen römischen deutschen Reich zeugt . Auf der Eingangstür, erkennt man das Wappen der Stadt Munster ,es erinnert an die stilisierte Fassade einer romanischen Kirche. Im Inneren werden gemeißelte Steinfragmente aus der früheren Abtei aufbewahrt.

Auf dem Marktplatz, steht der von den Einwohnern der Stadt im Jahre 1576 errichtete Löwenbrunnen, ein stolzes Denkmal für die ein Jahr zuvor erstrittene Religionsfreiheit. Der mündlichen Überlieferung zufolge, sollen die protestantischen Städter in Zeiten des Zwists dem katholischen Abt regelmässig das Hinterteil des Löwen zugedreht haben was diesen gehörig wurmte.

Die Hauptstrasse und das Gebäude der Laub

Die völlig renovierte Hauptstrasse, die wichtigste Geschäftsader der Ortschaft, gibt dem Besucher Einblicke über die Betriebsamkeit der Stadt und ihrer Einwohner .

Parallel zur Hauptrsasse verläuft die St-Grégoire Strasse die zur Halle der Laub führt. Dieses mit Arkaden geschmückte Gebäude stand ursprünglich auf dem Marktplatz. Es wurde völlig abgebaut und an seinem jetzigen Standort 1867-1869 wiederaufgebaut. Der Eckpfeiler von 1503 erinnert an das Baujahr. Es diente als überdachte Markthalle und als Tagungsort der Vertrteter der Gemeinschaft. Von dessen Treppe aus wurden die Beschlüsse und Erlasse des Rates verkündet .

Kirchen

Die imposante von 1867 bis 1873 in bunten Sandstein und im neuromanischen Stil erbaute protestantische Kirche zeichnet sich unverkennbar schon von weitem in der Landschaft des Münstertals ab. Zur Südseite, erinnern drei ,an die Aussenmauer aufgestellte Grabsteine, an Einwohner aus Münster aus längst vergangenen Zeiten. Gegenüber der protestantischen Kirche erhebt sich die dem heiligen Leodegar geweihte katholische Kirche . Das auf dem Standort einer früheren Kapelle des 12. Jahrhunderts errichtete Kirchenhaus, diente zuerst dem katholischen Gottesdienst dann dem protestantischen Gottesdienst , anschliessend beiden Konfessionnen zugleich in der Form eines Simultaneums , bevor die Kirche 1874 erneut an die katholische Gemeinde zurückehrte. 

Gegenüber des Storchenturms ( tour aux cigognes) aus dem Jahre 1872, erblickt man ein im oberen Teil mit mahlerischem Fachwerk verkleidetes Haus . Es stammt aus dem Jahre 1572 und ist somit eines der ältesten Häuser Münsters. In der Schlüssel Strasse (Rue des Clefs), trifft man auf ein Häuschen , das « s’Musikhisla », aus dem Ende des 18. Jahrhundert , es diente als Wachhaus der in der Nähe liegenden Hartmann Werke . Unweit davon liegt der Storchenpark. Tatsächlich, gehört Münster seit 1984 zu den " Zentren für die Wiedereinführung der Störche" im Elsass.

Der Park André Hartmann

Biegen Sie bei der protestantischen Kirche links ab und folgen Sie der rue Sébastopol in Richtung Bahnhof, das Bahnhofsgebäude stammt aus dem Jahre 1868.

 In Nähe des Bahnhofs, besuchen Sie den Park André Hartmann der unter der Amtszeit von Frédéric Hartmann (1857-I880) entstand .Neben dem zentral gelegen kleinen Pavillon , steht ein Granit Felsensocke, er trägt die Bronzefigur von Frédéric Kirschleger, eines einheimischen Botanikers (1804-1869). Der Park wird derzeit neu gestaltet.

Der Park Albert Schweitzer und der Park der Fecht

Sie liegen gegenüber des Festsaal Platzes (Place de la salle des fêtes) nahe dem Kulturzentrum Saint-Grégoire. Beim Ihrem Spaziergang fällt Ihr Blick auf einen außergewöhnlich schönen bunten Sandstein Brunnen aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich befand sich der Brunnen   im englischen Garten der Familie Hartmann. Wie durch ein Wunder , wurde er von den Wirren des ersten Weltkrieges verschont und 1919 letztendlich versetzt. Der von erlesener Ruhe geprägte Albert Schweitzer Park lädt zum Verweilen ein ... beim Ihrem Spaziergang begnegnen hier und da den die durch Frédéric Hartmann 1815 erworbenen Statuen von Spfinxen und Greifen, den fabelumwobenen Schatzhütern der Anlage… Unweit davon beginnt der Parc de la Fecht, über dessen Teich die Statur von Neptun wacht. Sie weist den Weg zum neu eröffneten Badezentrum   (complexe nautique de la Vallée de Munster).


Die Dynastie Hartmann

Die Familie Hartmann hat über anderthalb Jahrhunderte über die Geschicke des Münstertals bestimmt .Als Industrielle , Mäzene und einflussreiche Politiker, haben sie massgeblich das Leben der Einwohner verändert indem sie die Stadt modernisierten , das Tal aus seiner Isolation befreiten und es den technichen Errungschaften zugänglich machten.

Als Gründer der Dynastie gilt André Hartmann (1746-1837). Bei seiner Ankunft Munster 1783, übernimmt gemeinsam er einem Partner namens Riegé die Leitung eines Textilunternehmens . Im Oktober 1789, ist er bereits Alleininhaber des Betriebs und gründet im Jahre 1818 , mit seinen Söhnen Frédéric et Henry, eine neue Gesellschaft  : Hartmann und Söhne . Er bekleidet als erster der Dynastie das Amt des Bürgermeisters von Münster.

Frédéric Hartmann-Metzger (1772-1861), der älteste Sohn von André Hartmann, wird 1846 in das damalige französische Oberhaus berufen. Mit seinem Bruder Henry, lässt er, von 1840 bis 1860, die Zufahrtstrasse zur Schlucht (la route de la Schlucht) bauen.
Jacques Hartmann (1774-1839) ist der Gründer der Textilspinnerei "du Hammer" die 1818 erbaut wurde und lange als schönstes Industrie Bauwerk im Elsass galt.
Frédéric Hartmann (1822-1880), nach abgeshlossenem Anwaltsstudium in Paris, kehrt er nach Münster zurück um sich dem Familenbetrieb zu widmen. Als Bürgermeister von Münster von 1857 bis 1880, modernisiert und veändert er das Stadtbild indem er ein neues Viertel errichtet , die Eisenbahnlinie Munster-Colmar (1868), eine protestantische Kirche , einen Kindergarten und eine Art "Höhere Schule" oder Realschule bauen lässt . Er war Mitglied des General Rats des Départements du Haut Rhin und gehörte zu den 1871 in Bordeaux gegen die Annexion Elsass und Lothringens protestierenden Abgeordneten.


Die Stadt Münster hat zum Thema "Geschichte und Kulturerbe der Stadt Münster" ein kleines Nachschlagewerk heraugegeben ( dieses ist im Rathaus oder beim Fremdenverkehrsamt erhältlich).


Empfohlene Rundgänge rundum um Münster (mit freundlicher Unterstützung des Club Vosgien Vereins)

Ausganpunkt dieser Rundgänge rundum Münster ist der Festsaalplatz (Place de la Salle des fêtes. Von da aus sind Wanderungen zu den Süd- und Nordhängen des Moenchbergs sowie zu den Weilern Baechlé oder Fesseneck möglich oder Sie steuern andere Ziele wie der Untersolberg oder den"Chêne Voltaire" an. In Verbindung mit dem Narrrenstein Pfad, lassen sich auch Spaziergänge nach Dubach (Störche) oder zum Schlosswald und weiter zu den Ruinen von Schwarzenbourg unternehmen.

Der Spaziergang zum Narrenstein

Vom Markplatz aus, gehen Sie an der katholischen Kirche vorbei, biegen Sie links ab und überqueren Sie die Fecht Brücke. Sie erreichen die Feuerwehrkaserne , hinter ihr erhebt sich ein Felsenvorsprung, der Narrenstein. Den Pfad dahin einschlagen. Von diesem Felsenvorsprung aus ,geniessen Sie einen herrlichen Rundumblick über die Stadt Münster und die umliegende Gebirgslandschaft.

Vor Ihnen liegt das Dörfchen Eschbach-au-Val und die eindrucksvollen Massive des Solbergs et des Kleinen Belchen. Der Sage nach, verdankt der "Narrenstein" seine Bezeichnung einem Ritter, der in Gedanken versunken an seine Liebste, den Felsen übersah und von der Felsenwand in die Tiefe stürzte.

Der Trimm-dich-Pfad ...

Nutzen den Trimm-dich-Pfad von Dubach, den Spaziergang zum Narrenstein und die vom Vogesen Club Verein empfohlenen Spaziergänge um wieder Energie zu tanken.

Durch Münster verläuft ebenfalls ein Fahrradweg, er führt vom Badischhof (von Griesbach kommend) bis zum Pfad des Nagelstall (in Nähe der Tennisplatzanlage).

Vor kurzem wurde ein Dichterweg gegenüber dem Bahnhof beim Park André Hartmann eingeweiht : ein Wanderweg wo Tafeln von Gedichten von 29 elsässisch- und deutschsprachigen Elsässer Dichtern  dem Spaziergänger Eigenheiten von Landschaft und Schriftsteller nahe bringen. So lassen ein entpannender Spaziergang und elsässische literarische Erbe auf das Angenehmste verbinden!

Office de tourisme - Vallée de Munster

1 rue du couvent
68140 MUNSTER - France

Tél. : +33 (0)3 89 77 31 80
Fax : +33 (0)3 89 77 07 17
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Samedi : 10h - 12h et 14h - 16h 

En Juillet et août : 
Lundi à vendredi : 9h - 12h30 et 13h30 - 18h30
Samedi : 9h - 12h30 et 13h30 - 18h et dimanche 9h - 13h

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