Architektonisches Kulturerbe

Architektur in Munster

Stadt Munster
Stadt Munster

Munster war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts eine Festungsstadt, wurde jedoch durch Artilleriebeschuss während des Ersten Weltkriegs erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Wertvolle Kulturdenkmäler und nahezu der gesamte bauliche Bestand wurden zerstört. Heute zeugen nur noch wenige Gebäude von der damaligen Zeit (Grand Rue, Rue de Luttenbach, Elmviertel). Glücklicherweise blieben wichtige öffentliche Gebäude, darunter das 1550 errichtete Rathaus, die 1503 auf dem Marktplatz gebaute Laube (Markthalle), die 1867 in die Rue Saint-Grégoire verlegt wurde, und die von der Industriellenfamilie Hartmann finanzierten Schulgebäude erhalten. Auch einzelne Gebäude der Benediktinerabtei Saint-Grégoire wie der Abteipalast (Ende des 18. Jahrhunderts) am Marktplatz, ein Teil des Kreuzgangs und das Gebäude des Ordensprälaten (Ende des 17. Jahrhunderts, heutiger Sitz des Regionalen Naturparks der Vogesenbelchen) prägen noch heute das Stadtbild. In den 1930er- und 50er-Jahren wurde das Stadtzentrum durch mehrere elegante Villenvororte im typischen Stil der damaligen Zeit erweitert (Grabenviertel, Dubach, Moenchberg). Am östlichen Ortseingang liegt das ehemalige Anwesen von Albert Hartmann mit seinen heute öffentlich zugänglichen Parkanlagen, in denen Sie verschiedene bemerkenswerte Skulpturen aus dem beginnenden 19. Jahrhundert bewundern können (Greif-Brücke, Sphinx-Brücke, Neptun-Statue).

 

Bürgerliche Architektur in den Dörfern – Rathäuser und Schulen

Rathaus von Stosswihr
Rathaus von Stosswihr

Mit Ausnahme von Gunsbach und seinem Rathaus aus dem Jahr 1570 blicken einige Gemeinden noch stolz auf ihre Rathäuser und Schulgebäude aus dem 19. Jahrhundert, die durch die klassische Sachlichkeit der Architekten zur damaligen Zeit geprägt sind (Eschbach-au-Val: 1862, Architekt V. Heilmann; Griesbach-au-Val: Schule von 1868, Architekt Ch. Geiger Junior, Rathaus von 1842, Architekt J.-B. Kühlmann; Luttenbach-près-Munster: 1851-52, Architekt V. Peigney). Im Allgemeinen verschwand dieser Architekturstil jedoch in der Wiederaufbauphase nach dem Ersten Weltkrieg und wich dem Historismus. Das Rathaus von Stosswihr mit seinem Giebel in Fachwerkkonstruktion findet seine Inspiration im Mittelalter (1923, Architekt Ch. Schoffit), das Rathaus mit Schule von Metzeral greift mit seinem Treppenturm auf die Renaissance zurück (1923-24, Architekten Ch. Wolff und R. Voelckel), das Rathaus von Muhlbach-sur-Munster kopiert mit seinem reich mit Muschelornamenten verzierten Giebel den Barockstil (1927-28, Architekt Ch. Schoffit). Welcher Architekturstil den Geschmack der Menschen zwischen den beiden Weltkriegen traf, können Sie in Soultzeren am Rathaus (1930-31, Architekt E. Schneider) und an der Schule (1926, Architekt Ch. Schoffit) sehen.

 

Ländliche Architektur

Die Bauweise der Bauernhöfe hängt in erster Linie von der Art der betriebenen Landwirtschaft ab, doch auch die Gegend beeinflusst das Erscheinungsbild. Die Unterschiede können Sie bereits in der näheren Umgebung feststellen – je nachdem, ob Sie im vorderen Munstertal oder in den beiden Talabschnitten nach Munster unterwegs sind. An den günstig gelegenen Hängen bei Wihr-au-Val wird bereits seit dem Mittelalter Wein angebaut. Die Rebstöcke ziehen sich noch heute bis auf die Höhen von Gunsbach und Soultzbach-les-Bains hin. In den Häusern der Winzer ist das untere Geschoss als Weinkeller ausgebaut, der durch Kellerfenster belüftet wird. Die Weinbereitung erfolgt in den angrenzenden Räumen. Die Wohnräume hingegen befinden sich im Obergeschoss, das über eine Außentreppe aus Stein oder Holz, gelegentlich auch über eine Innentreppe zugänglich ist. In Gunsbach finden Sie einige sehr schöne Bauernhöfe in dieser Bauweise. Die vorwiegend aus Stein errichteten Höfe zählen zu den ältesten der Gegend (16. bis 19. Jahrhundert). Die beeindruckenden Winzerhäuser in Soultzbach-les-Bains sind aus Stein oder (teilweise sehr schmuckem) Fachwerk errichtet und gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Im großen und kleinen Tal überwiegt die Weidewirtschaft, ergänzt durch einige kleine Felder. Hier sehen die Bauernhäuser ganz anders aus. Die Wohnräume, zu denen auch ein Keller mit Tonnengewölbedecke zur Lagerung der Käselaibe gehört, sind mit der Giebelseite der Straße zugewandt. Scheune, Stall und andere Nebengebäude (Schuppen, Werkstatt, Waschhaus/Brennerei...) sind – manchmal unter demselben Dach – an der Rückseite angebaut oder um einen offenen Innenhof angeordnet. Typische Dekorelemente sind unter den holzverkleideten Dachgiebeln der Wohnhäuser ausgeschnittene geometrische Motive (Sterne) oder religiöse Symbole (Kelch oder Ziborium). Diese Bauernhöfe in mittleren Gebirgslagen, von denen nur noch wenige aus der damaligen Zeit erhalten sind (in Breitenbach, Hohrod, Luttenbach-près-Munster, Mittlach, Soultzeren), gehen größtenteils auf das Ende des 18. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Zahlreiche Bauernhöfe, die in der Zeit des Wiederaufbaus entstanden, erinnern an die Architektur vergangener Zeiten, ohne sie jedoch direkt nachzuahmen. Rosafarbener Sandstein ist weiterhin sehr beliebt, aber auch grauer Granit kommt jetzt zum Einsatz, oftmals in Kombination mit Elementen aus Schmiedeeisen im Louis-Seize-Stil. Wihr-au-Val, das einzige Dorf, das im Laufe des Zweiten Weltkriegs schwer getroffen wurde (am 18. Juni 1940), erstand innerhalb von zehn Jahren wieder aus den Trümmern auf.

 

Architektur auf den Almen

Bereits seit dem Mittelalter wurden die Milchkühe in den Sommermonaten von Mai bis September zum Weiden vom Dorf auf die Hochalmen des Vogesenmassivs getrieben, die hier auch „First” oder „Gazons” genannt werden. Anfangs boten den „Malkern” (elsässische Abwandlung des deutschen Begriffs „Melker”) nur einfache Holzhütten auf der Alm Unterkunft. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts wurden die Berghöfe zunehmend aus Stein errichtet. Die Bauweise und Form der Berghöfe ist je nach Höhenlage sehr unterschiedlich. Auf den unteren Almen (500-900 m) sind die Höfe typischerweise in zwei getrennte Gebäude unterteilt, in einem befinden sich die Wohnräume mit Käserei, im anderen der Stall mit Heuboden. Auf den Hochalmen über 900 m leben Mensch und Vieh ebenfalls in getrennten Bereichen – aber unter demselben Dach. Die Entwicklung des Bergtourismus ab 1870 brachte die Milchbauern dazu, den Wanderern direkt auf der Alm einfache Speisen und Getränke anzubieten. Es entstanden die ersten Berggasthöfe, die auch heute noch ihrer ursprünglichen Bestimmung nachgehen – der Käseherstellung (Munster, „Barikas”).

 

Quellen: Service de l’Inventaire et du Patrimoine – Région Alsace


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